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Lorenz V 241 (ÜV300)

Lorenz V241 (ÜV300) Tube Preamp

Der Klassiker der DDR-Studiotechnik

Die C. Lorenz AG entwickelte bereits ab Mitte der 1930er Jahre Studioverstärker für den Rundfunkbetrieb. 1945 gründete das Unternehmen eine Zweigniederlassung in Leipzig, die ab Juni 1949 von dem Herstellerverbund Rundfunk- und Fernmelde-Technik (RFT) verwaltet wurde.

Der V241 ist ein Nachfolger des legendären V41, dessen erste Version bereits Ende der 1920er Jahre erschienen war. Schaltungstechnisch ist der V241 jedoch eine völlige Neuentwicklung. Er gehört zusammen mit den beiden westdeutschen Modellen TAB V76 und EAB MV63 zur Referenzklasse der Röhren-Mikrofonvorverstärker. Neben der Rundfunkbezeichnung V241 ist der Verstärker auch unter der Herstellerbezeichnung ÜV300 bekannt.

Eigenschaften des V241:

  • zweistufiger Verstärker (Röhren: EF86/ECC85)
  • puristisches Schaltungsdesign
  • kraftvoller Sound durch eingebaute Anodendrossel
  • linearer Frequenzgang durch Phasenkompensation der Verstärkungsstufen
  • 12 dB Übersteuerungsreserve
  • Verstärkung zwischen 20 dB und 50 dB in 5 dB-Stufen einstellbar
  • -20 dB-Pad Schalter (bei allen Verleihexemplaren in der Rückwand eingebaut)
  • neutrales, kraftvolles Klangbild
  • Preis gilt für eine Lunchbox
  • Herstellungszeitraum: 1958-1975
  • Gewicht (mit/ohne Case): 11/7,5 kg


Zum Gebrauch
Da der V241 aus dem Röhrenzeitalter stammt, ist er folglich für den Betrieb mit Röhrenkondensatormikrofonen entwickelt worden. Bei der Nutzung mit transistorierten Kondensatormikrofonen kann es wegen der benötigten Phantomspeisung zu technischen Schwierigkeiten bis hin zum Defekt des V241-Eingangsübertragers kommen. Das kostenlos zumietbare, modifizierte 48V-Netzteil Neumann N452i schafft hier Abhilfe, so dass der Lorenz Preamp auch mit Transistormikrofonen wie Neumann U87, AKG C414 oder Microtech Gefell M930 benutzt werden kann.
Mit dynamischen Mikrofonen ist der Betrieb ohnehin problemlos möglich. Allerdings kann der V241 mit seiner maximalen Verstärkung von 50 dB insbesondere bei Bändchenmikrofonen an seine Grenzen stoßen.

Die Verleihexemplare
Die drei Verleihexemplare wurden von Eckehard Dux aufwendig generalüberholt und überzeugen durch exzellente technische Werte. Die Vorverstärker sind in Lunchboxen eingebaut, die mit XLR-Ein- und Ausgang (Foto) und Pad-Schalter (-20 dB) ausgestattet sind.

Der Pad-Schalter ist nicht unwichtig: Der Lorenz V241 verträgt ohne aktivierte Vordämpfung -1 dB gemessenen maximalen Eingangspegel. Bei einigen Kondensatormikrofonen, deren Ausgangssignal bei lauten Signalen diesen Wert überschreitet, sollte im Normalfall der Pad-Schalter aktiviert werden. Zu den betroffenen Mikrofonen gehören unter anderem die Neumann-Modelle U67, M149, U87Ai, U47 wie auch das Neumann Gefell CMV563. Das Neumann M49 und das AKG C12 können hingegen ohne Pad benutzt werden.
Mit einem speziellen, ebenfalls kostenlos zumietbaren Pad-Kabel (-25 dB) eignet sich der V241 auch bestens für die Arbeit mit Line-Signalen (Synthesizer, E-Piano, Drumcomputer, Mastering Chain etc.).

  • 1 Tag24 €
  • 2 Tage40 €
  • Wochenende
    (Fr-Mo)
    50 €